Viele Menschen lagern Medikamente dort, wo sie täglich zur Hand sind – im Badezimmer. Doch aus fachlicher Sicht ist das die denkbar ungeeignetste Lösung. Eine aktuelle Umfrage zeigt: Mehr als jeder vierte Bundesbürger bewahrt seine Arzneimittel genau dort auf – mit potenziellen Folgen für deren Wirksamkeit.
Laut einer repräsentativen Erhebung des Marktforschungsinstituts Nielsen im Auftrag des Bundesverbands der Arzneimittel-Hersteller (BAH) lagern 27 Prozent der Menschen in Deutschland ihre Medikamente im Bad. Die Gründe sind meist pragmatischer Natur: Medikamente sind dort griffbereit – etwa neben Zahnbürste und Pflegeprodukten. Fachleute sehen diese Praxis jedoch kritisch.
Denn das Badezimmer ist einer der feuchtesten Räume im Haus. Durch Duschen oder Baden steigt die Luftfeuchtigkeit regelmäßig deutlich an. Diese Schwankungen können die Zusammensetzung empfindlicher Arzneimittel verändern, Verpackungen beschädigen oder gar die Wirksamkeit einzelner Wirkstoffe mindern. Besonders Tabletten, Brausepräparate oder Salben sind empfindlich gegenüber Feuchtigkeitseinwirkung.
Apotheker empfehlen trockene, kühle Lagerung
Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) rät daher dringend davon ab, Medikamente im Bad aufzubewahren. Besser geeignet sind trockene, eher kühle Räume – idealerweise mit konstanter Temperatur und wenig Lichteinfall. Ein klassisches Beispiel: das Schlafzimmer. Doch genau dort bewahren nur 15 Prozent der Befragten ihre Arzneimittel auf.
Rund 23 Prozent nutzen zwar einen klassischen Medizinschrank – doch in 30 Prozent der Fälle steht dieser wiederum im Badezimmer. Das Grundproblem bleibt damit bestehen. Und 20 Prozent der Befragten lagern Medikamente sogar ganz ohne Schrank oder Schutzsystem offen im Bad.
Kindersicherheit und Lichtschutz nicht vergessen
Neben dem Schutz vor Feuchtigkeit spielt auch der Sicherheitsaspekt eine Rolle: Arzneimittel sollten grundsätzlich außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden. Das Badezimmer ist aus Sicht des Kinderschutzes ebenfalls problematisch, da es oft auch von jüngeren Familienmitgliedern unbeaufsichtigt betreten wird. Ein abschließbarer Medizinschrank an einem hoch gelegenen Ort ist hier die empfohlene Lösung.
Zudem sind viele Medikamente lichtempfindlich. Ein geschlossener Schrank schützt vor UV-Strahlung, die insbesondere bei flüssigen Medikamenten und Tropfen die Haltbarkeit beeinflussen kann.
Medikamente gehören nicht ins Bad
Die Zahlen machen deutlich: Viele Verbraucher unterschätzen die Bedeutung des Lagerorts für ihre Arzneimittel. Doch wer auf Wirksamkeit, Sicherheit und Haltbarkeit achten möchte, sollte Medikamente nicht im Badezimmer aufbewahren. Ein trockener, kühler Raum mit wenig Lichteinfall – etwa das Schlafzimmer – ist der bessere Platz. Und: Arzneimittel gehören stets außer Reichweite von Kindern. Nur so bleibt die Hausapotheke im Ernstfall zuverlässig einsatzbereit.
