Eine freistehende Wanne ist ein Blickfang – doch auch eine eingebaute Badewanne kann mit der richtigen Verkleidung zum Gestaltungselement werden. Die Verkleidung schützt die Konstruktion, verdeckt Anschlüsse und bietet gestalterische Möglichkeiten – von schlicht bis luxuriös.
Doch welche Materialien eignen sich, wie geht man beim Verkleiden vor und was ist dabei zu beachten?
Warum die Verkleidung so wichtig ist
Die Verkleidung hat sowohl funktionale als auch ästhetische Aufgaben. Sie schützt die Unterkonstruktion und Leitungen vor Feuchtigkeit, ermöglicht Wartungszugang zur Technik und sorgt für ein harmonisches Gesamtbild im Bad. Gleichzeitig beeinflusst sie den Stil – von modern geradlinig bis klassisch verspielt.
Eine gute Verkleidung ist wasserresistent, leicht zu reinigen und stabil. Je nach Material kann sie zusätzlich Wärme speichern, was das Baden angenehmer macht.
Materialien für die Wannenverkleidung
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Badewanne optisch ansprechend zu verkleiden:
- Fliesen: Der Klassiker unter den Verkleidungen. Fliesen sind pflegeleicht, wasserfest und bieten unzählige Designs. Großformate sorgen für eine ruhige, moderne Optik, Mosaike setzen Akzente. Wichtig ist, flexible Fliesenkleber und Silikonfugen zu verwenden, um Rissbildung zu vermeiden.
- Acryl- oder Kunststoffverkleidungen: Viele Hersteller bieten passende Fertigverkleidungen für ihre Wannenmodelle an. Sie sind leicht, fugenlos und schnell montiert – ideal für Renovierungen.
- Holz oder Holzoptik-Paneele: Für ein wohnliches Ambiente eignen sich wasserfeste Holzwerkstoffe, etwa beschichtete MDF-Platten oder Kunststoffpaneele in Holzdekor. Sie sollten immer gegen Feuchtigkeit versiegelt werden.
- Naturstein oder Kunststein: Marmor, Granit oder Mineralwerkstoffe verleihen der Wanne eine hochwertige Anmutung. Die Verarbeitung ist aufwendiger, die Wirkung dafür besonders edel.
- Putz- oder Spachteltechnik: In modernen Bädern beliebt ist eine fugenlose Gestaltung mit Kalk- oder Zementputz. Diese Oberflächen wirken wie aus einem Guss und passen zu puristischen Raumkonzepten.
Die Materialwahl sollte sich nach dem Stil des Badezimmers, dem Pflegeaufwand und dem handwerklichen Können richten.
Schritt-für-Schritt zur verkleideten Wanne
- Vorbereitung:
Der Untergrund muss trocken, tragfähig und sauber sein. Bei einer neuen Wanne wird zunächst der Wannenträger oder die Unterkonstruktion gesetzt. - Unterkonstruktion bauen:
Meist wird ein Rahmen aus feuchtigkeitsbeständigen Bauplatten (z. B. Hartschaumplatten mit Zementbeschichtung) verwendet. Diese lassen sich mit einem Cuttermesser zuschneiden und mit Spezialkleber oder Schrauben fixieren. - Zugangsklappe einplanen:
Für Wartung und Reparatur – etwa am Siphon oder Abfluss – ist eine Revisionsöffnung Pflicht. Sie kann hinter einer Fliese versteckt oder als magnetisch befestigtes Paneel ausgeführt werden. - Verkleidung montieren:
Die zugeschnittenen Bauplatten werden auf den Rahmen geklebt oder verschraubt. Wichtig ist, die Kanten sorgfältig zu verspachteln und abzudichten, um das Eindringen von Wasser zu verhindern. - Oberfläche gestalten:
- Bei Fliesen: Grundierung auftragen, Kleber verteilen, Fliesen setzen, verfugen.
- Bei Holz oder Paneelen: Zuschnitt anpassen, verschrauben oder kleben, Versiegelung auftragen.
- Bei Putz oder Spachtel: Gleichmäßig auftragen, glätten und gegebenenfalls mit Wachs oder Lack versiegeln.
- Abschluss:
Übergänge zur Wand und zum Boden werden mit Silikonfugen abgedichtet. Eine Abschlussleiste sorgt für saubere Kanten.
Praktische Tipps
- Wer die Wanne nachträglich verkleidet, sollte vorab prüfen, ob der Untergrund tragfähig und trocken ist.
- Bei Fliesen empfiehlt sich ein flexibler Fugenmörtel, um Spannungen durch Wärme auszugleichen.
- Eine Verkleidung mit integrierter Beleuchtung – etwa LED-Bänder unterhalb des Wannenrands – schafft stimmungsvolles Licht.
- Für Mietwohnungen oder temporäre Lösungen bieten sich magnetische oder abnehmbare Paneele an, die bei Bedarf entfernt werden können.
Alternative: Fertigpaneele vom Hersteller
Viele Wannenhersteller liefern für ihre Modelle passende Verkleidungssysteme. Diese bestehen meist aus Acryl, Hartschaum oder beschichteten Paneelen und lassen sich ohne Fliesenarbeit montieren. Sie werden einfach eingeklickt oder verschraubt, sind leicht zu reinigen und können farblich auf die Wanne abgestimmt werden.
Für Renovierungen oder den schnellen Austausch bieten diese Systeme eine saubere, handwerksfreie Lösung.
Gestaltung als Teil des Raumkonzepts
Die Wannenverkleidung ist längst mehr als eine technische Notwendigkeit – sie kann bewusst als Gestaltungselement eingesetzt werden. Ob als Kontrastfläche in dunklem Stein, in farblich abgestimmtem Putz oder in harmonischer Holzoptik: Sie prägt den Charakter des Badezimmers entscheidend mit.
Wer sorgfältig plant und Materialien aufeinander abstimmt, erhält eine Lösung, die nicht nur funktional, sondern auch dauerhaft schön ist.
