Ob nordisch schlicht, mediterran verspielt oder alpin rustikal – das Landhausbad erfreut sich wachsender Beliebtheit. Es steht für Wärme, Natürlichkeit und eine Atmosphäre der Geborgenheit.
Wer ein Badezimmer im Landhausstil gestalten möchte, hat heute mehr Möglichkeiten denn je – dank moderner Materialien, durchdachter Technik und gestalterischer Vielfalt.
Farben und Wände: Weg von der Fliesenwand
Längst vorbei sind die Zeiten, in denen das Bad deckenhoch gefliest werden musste. Heute setzen viele Gestalter auf den gezielten Einsatz von Farbe – gerade im Landhausbad. Wichtig ist dabei die Wahl feuchtraumgeeigneter Wandfarben, wie sie beispielsweise Farrow & Ball, The Little Greene oder Dulux anbieten. Diese speziellen Anstriche sind wasserabweisend, scheuerbeständig und teilweise sogar mit schimmelhemmenden Zusätzen ausgestattet.
Wo kein direkter Wasserkontakt besteht, können Wände einfach farbig verputzt werden. Besonders beliebt: gedeckte Naturtöne, Salbeigrün, sanftes Türkis oder erdige Nuancen. Auch weiß gestrichene Holzpaneele, senkrecht montiert auf einer Unterkonstruktion mit Luftzirkulation, sind typische Landhausklassiker.
Der richtige Boden: Dielen, Naturstein oder täuschend echte Alternativen
Dielenböden im Bad? Was früher dem Altbau vorbehalten war, ist heute dank neuer Materialien kein Wagnis mehr. Mit der richtigen Versiegelung durch Lack, Wachs oder Lasur lassen sich Massivholzdielen auch im Nassbereich einsetzen. Besonders geeignet sind Thermohölzer – wie sie etwa der Hersteller Haro anbietet. Diese Hölzer werden unter großer Hitze behandelt und dadurch unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit.
Optisch wirken sie edel und rustikal zugleich – und sie dunkeln durch den Herstellungsprozess angenehm nach. Wer es pflegeleichter möchte, greift zu Fliesen in Holzoptik oder modernen Designbelägen, die echten Holzdielen täuschend ähnlich sehen. Auch hier ist der Einbau einer Fußbodenheizung möglich.
Wichtig: Auf Laminat sollte im Bad vollständig verzichtet werden – die Feuchtigkeit kann unter die Oberfläche dringen und das Material dauerhaft schädigen.
Natürlichkeit als Leitmotiv
Im Landhausbad steht das Authentische im Vordergrund. Naturmaterialien wie Stein, Keramik und unbehandeltes Holz sorgen für eine warme Ausstrahlung. Orientalische Mosaike, Kieselsteine oder Natursteinplatten lassen sich je nach Stilrichtung als Bodenbelag oder Wandakzent einsetzen. Auch hier gilt: Wer Originalmaterialien scheut, findet heute hochwertige Imitate mit täuschend echter Optik.
Möbel und Accessoires
Waschtischkonsolen aus Echtholz, offen stehende Kommoden oder antike Spiegelschränke ergänzen den Landhausstil auf ideale Weise. Hersteller wie Duravit setzen gezielt auf holzfurnierte Möbelserien, die robust und feuchtraumgeeignet sind. Besonders harmonisch wirken Möbel in gedeckten Farben – Grau, Creme oder Blaugrau – kombiniert mit weißen Keramikelementen.
Stilvoll ergänzt wird das Ensemble durch Armaturen im Retro-Look, Wandlampen mit Porzellanfassung oder verspielte Vorhänge aus Leinen. Eine freistehende Badewanne – klassisch mit Löwenfüßen oder modern interpretiert – unterstreicht das nostalgische Ambiente.
Keine Kompromisse
Das Landhausbad ist kein stilistischer Kompromiss, sondern eine bewusste Entscheidung für Gemütlichkeit, Materialehrlichkeit und zeitlose Gestaltung. Mit der richtigen Planung lassen sich auch funktionale Anforderungen wie Feuchteschutz, Reinigungsfreundlichkeit und Energieeffizienz harmonisch in das Bild integrieren. Ob im Neubau oder bei der Sanierung – wer auf Qualität und Detailtreue achtet, schafft sich ein Bad, das mehr ist als ein funktionaler Raum: ein Ort der Entspannung.
