Fugenlose Badezimmer liegen im Trend – sie wirken modern, ruhig und sind besonders pflegeleicht. Eine beliebte Methode für die Umsetzung in Eigenregie ist Beton Ciré, ein spezieller Feinputz auf Zementbasis.
Der Name stammt aus dem Französischen und bedeutet so viel wie „gewachster Beton“. Er lässt sich auf vielen Untergründen anwenden und verleiht Wänden, Böden und sogar Duschen eine elegante, durchgängige Oberfläche. Doch wie funktioniert das in der Praxis – und worauf sollte man bei der Verarbeitung achten?
Was ist Beton Ciré?
Beton Ciré ist ein feiner, durchgefärbter Zementputz, dem Kunstharze beigemischt werden. Er wird in mehreren dünnen Schichten aufgetragen und anschließend geschliffen und versiegelt. Das Ergebnis ist eine wasserfeste, widerstandsfähige Oberfläche mit natürlicher Betonoptik.
Typisch ist die leicht wolkige, gespachtelte Oberfläche, die in verschiedenen Grau- und Naturtönen erhältlich ist – auf Wunsch auch farbig pigmentiert. Beton Ciré ist besonders geeignet für:
- Badezimmerwände
- Duschbereiche
- Böden
- Waschtischverkleidungen
- Möbel
Welche Vorteile bietet ein fugenloses Bad?
Ein fugenloses Bad mit Beton Ciré bringt gleich mehrere praktische und gestalterische Vorteile mit sich:
- Hygienisch: Keine Fugen, in denen sich Schmutz oder Schimmel absetzen kann
- Pflegeleicht: Glatte, wasserabweisende Oberflächen lassen sich leicht reinigen
- Optisch großzügig: Der durchgängige Belag lässt kleine Räume größer wirken
- Individuell gestaltbar: Unterschiedliche Farbtöne und Oberflächeneffekte möglich
- Wasserfest und abriebfest: Bei richtiger Versiegelung auch für Duschbereiche geeignet
Was brauche ich, um Beton Ciré selbst aufzutragen?
Für die Verarbeitung werden in der Regel Komplettsets angeboten, die alle Materialien enthalten. Folgende Arbeitsschritte sind typisch:
- Vorbereitung des Untergrunds
Der Untergrund muss tragfähig, trocken, sauber und eben sein. Geeignet sind Estrich, Fliesen, Zementputz oder Gipsplatten. Glatte Fliesen müssen angeraut oder grundiert werden. - Grundierung auftragen
Eine spezielle Haftgrundierung sorgt für den nötigen Verbund zwischen Untergrund und Beton Ciré. - Spachtelmasse anmischen und auftragen
Der Betonputz wird mit Wasser oder einem Zusatz angemischt und in zwei bis drei dünnen Schichten mit einer Venezianerkelle aufgetragen. Jede Schicht muss trocknen und leicht angeschliffen werden. - Versiegelung auftragen
Nach vollständigem Durchtrocknen wird die Fläche mit einem speziellen Lack oder Wachs versiegelt, damit sie dauerhaft wasserabweisend bleibt – besonders wichtig in Dusche oder Waschtischbereich. - Trocknungszeit einhalten
Die vollständige Aushärtung der Oberfläche kann je nach Produkt bis zu sieben Tage dauern.
Was kostet ein fugenloses Bad in Eigenleistung?
Die Materialkosten für Beton Ciré liegen bei etwa 60 bis 100 Euro pro Quadratmeter, je nach Hersteller und Ausführung. Komplettsets für DIY-Projekte (z. B. 10–15 m² Wandfläche) sind ab ca. 500 Euro erhältlich.
Zum Vergleich: Professionell ausgeführt kostet ein fugenloses Bad schnell 150 bis 250 Euro pro Quadratmeter. Wer also handwerklich geschickt ist, kann durch Eigenleistung deutlich sparen.
Worauf muss man achten?
- Sorgfältige Untergrundvorbereitung ist entscheidend – Unebenheiten oder Risse wirken sich direkt auf das Ergebnis aus.
- In Nassbereichen wie der Dusche ist eine zusätzliche Abdichtung unter dem Putz notwendig (z. B. mit Dichtschlämme oder Flüssigfolie).
- Die Versiegelung muss regelmäßig erneuert werden, um die Wasserfestigkeit zu erhalten.
- Die Verarbeitung erfordert etwas Übung und Geduld, vor allem bei den Spachtel- und Schleifarbeiten.
Fugenloses Bad mit Beton Ciré – machbar, aber sorgfältig
Ein fugenloses Bad mit Beton Ciré lässt sich mit einem soliden DIY-Set und etwas handwerklichem Geschick gut selbst umsetzen. Wer den Arbeitsaufwand nicht scheut, erhält eine moderne, langlebige Oberfläche mit individueller Note. Wichtig ist eine gründliche Vorbereitung und die konsequente Abdichtung – vor allem in Nasszonen. So wird das selbst gestaltete Bad zum stilvollen, pflegeleichten Rückzugsort.
