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Hygiene im Haushalt: Worauf es wirklich ankommt

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Keime und Krankheitserreger finden im Haushalt vor allem dort gute Bedingungen, wo es warm und feucht ist. Besonders Küche und Bad verdienen deshalb besondere Aufmerksamkeit. Darauf weist die Hygieneexpertin Bärbel Oltmann hin, die seit Jahrzehnten im Bereich Prävention arbeitet.

Im Badezimmer ist vor allem die Toilette ein hygienischer Schwachpunkt. Beim Spülen können feine, fäkalienhaltige Aerosole aufsteigen und sich im Raum verteilen. Oltmann rät deshalb, den Toilettendeckel vor dem Spülen stets zu schließen und Zahnbürsten möglichst nicht offen neben dem WC aufzubewahren. Auch die Waschmaschine ist ein unterschätzter Keimherd: Rückstände im Waschmittelfach und Feuchtigkeit an der Gummidichtung begünstigen Schimmel und Bakterien. Einmal im Monat sollte die Maschine leer mit Vollwaschmittel bei 60 bis 90 Grad laufen, zudem empfiehlt sich regelmäßiges Reinigen von Fach und Dichtung sowie das Offenlassen der Tür nach dem Waschen.

Gemeinschaftliches Handtuch täglich wechseln

Bei Textilien gilt: Handtücher sind besonders kritisch, weil sie schnell feucht bleiben und oft von mehreren Personen genutzt werden. Gemeinschaftliche Handtücher sollten täglich gewechselt werden, in Einpersonenhaushalten spätestens alle zwei Tage. Bettwäsche sollte alle ein bis zwei Wochen in die Waschmaschine, 40 Grad sind in der Regel ausreichend. Höhere Temperaturen von mindestens 60 Grad sind nötig bei Magen-Darm-Infekten, Inkontinenz, stark verschmutzter Wäsche oder Pilzinfektionen. Für die meisten Anwendungen reicht normales Vollwaschmittel – spezielle Hygienespüler hält Hygieneinspektorin Oltmann für weitgehend überflüssig.

Desinfektionsmittel sind im normalen Privathaushalt ebenfalls meist nicht nötig. Ihr dauerhafter Einsatz kann Resistenzen fördern, die Haut belasten und ist für Kinder sogar kontraproduktiv, weil deren Immunsystem Kontakt mit Keimen braucht. Sinnvoll sind Desinfektionsmittel nur in besonderen Situationen, etwa bei kranken oder immungeschwächten Personen oder beim Umgang mit rohem Geflügel. In der Küche sollten Arbeitsflächen nach dem Schneiden von Fleisch gründlich gereinigt, Messer und Bretter bei 60 Grad in der Spülmaschine gewaschen werden.

Putzlappen sind Keimschleudern

Zu den häufig übersehenen Problemzonen zählen Kühlschrankdichtungen und der Kondenswasserablauf an der Rückseite des Geräts, in dem sich leicht Schimmel bildet. Auch Putzlappen können Keimschleudern sein: Sie sollten regelmäßig gewechselt und getrennt für Küche, Bad und Wohnräume verwendet werden. Mikrofasertücher sind laut Oltmann hygienischer als Schwämme, da sie waschbar sind.

Beim Putzen gilt insgesamt: Routine ist wichtiger als Perfektion. Regelmäßige kleine Reinigungsabläufe entlasten mehr als seltene Großaktionen. Böden sollten je nach Nutzung ein- bis mehrmals pro Woche gereinigt werden, Teppiche und Polster in größeren Abständen gründlich. Keime gehören zum Alltag, betont die Expertin – entscheidend ist ein vernünftiger Umgang mit Hygiene, der schützt, ohne unnötig zu übertreiben.