Wer morgens ins Badezimmer geht, möchte es schnell warm haben. Klassische Heizkörper schaffen das oft nicht, da sie den Raum nur langsam aufheizen. Infrarotheizungen gelten hier als praktische Lösung: Sie spenden Wärme unmittelbar nach dem Einschalten. Doch sind sie wirklich eine gute Wahl fürs Bad – oder treiben sie nur die Stromrechnung in die Höhe?
Infrarotheizungen arbeiten nach einem anderen Prinzip als herkömmliche Konvektionsheizungen. Statt die Raumluft zu erwärmen, geben sie Strahlungswärme ab – ähnlich wie die Sonne. Diese erwärmt direkt die Oberflächen im Raum, also Wände, Boden und Körper. Dadurch entsteht ein unmittelbares Wärmegefühl, auch wenn die Lufttemperatur noch nicht hoch ist.
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Gerade im Badezimmer ist dieser Effekt angenehm: Beim Duschen oder nach dem Aufstehen sorgt die Strahlungswärme für Komfort, ohne dass lange Vorlaufzeiten nötig sind.
Leistung und Wattzahl im Bad
Die richtige Dimensionierung ist entscheidend. Als Faustregel gilt: Für das Badezimmer werden etwa 100 bis 130 Watt pro Quadratmeter benötigt, da der Wärmebedarf hier höher ist als in Wohnräumen.
Beispiele:
- 6 Quadratmeter: rund 700 Watt
- 8 Quadratmeter: rund 900 Watt
- 10 Quadratmeter: 1.000 bis 1.200 Watt
Die Heizleistung sollte so gewählt werden, dass die Infrarotheizung den Raum schnell auf Temperatur bringt. Zu kleine Geräte laufen dauerhaft auf voller Leistung, ohne den gewünschten Effekt.
Stromverbrauch realistisch einschätzen
Infrarotheizungen arbeiten ausschließlich mit Strom. Ob sie als „Stromfresser“ gelten, hängt stark von der Nutzung ab. Für den kurzzeitigen Einsatz im Bad – etwa 30 bis 60 Minuten am Morgen und Abend – ist der Verbrauch überschaubar.
Beispielrechnung: Eine 1.000-Watt-Heizung verbraucht pro Stunde 1 Kilowattstunde (kWh). Bei einem Strompreis von 30 Cent entstehen also 30 Cent Kosten pro Stunde. Läuft die Heizung zwei Stunden am Tag, summiert sich das auf rund 18 Euro im Monat.
Als dauerhafte Hauptheizung für das gesamte Haus ist die Infrarotheizung weniger geeignet, da die Stromkosten im Vergleich zu Gas oder Wärmepumpe deutlich höher ausfallen.
Sicherheit im Badezimmer
Da das Badezimmer als Feuchtraum gilt, sind besondere Sicherheitsanforderungen wichtig. Infrarotheizungen müssen mindestens die Schutzart IPX4 erfüllen, besser noch IPX5. Sie sind spritzwassergeschützt und dürfen auch in der Nähe von Dusche oder Badewanne montiert werden – allerdings immer mit Sicherheitsabstand, der den Herstellerangaben entspricht.
Beliebt sind Spiegelheizungen, die gleichzeitig als Spiegel und Heizelement dienen. Sie verhindern das Beschlagen der Oberfläche und sind platzsparend. Auch Infrarot-Paneele, die an Wand oder Decke angebracht werden, sind gängige Varianten.
Vorteile und Grenzen
Vorteile:
- schnelle Wärmeentwicklung
- angenehmes Strahlungsgefühl
- platzsparende Montage (z. B. Spiegel oder Paneel)
- einfache Installation ohne Heizungsanschluss
Grenzen:
- hoher Stromverbrauch bei Dauerbetrieb
- nicht als alleinige Heizung für das ganze Haus wirtschaftlich
- abhängig vom Strompreis
Für viele Haushalte ist die Infrarotheizung daher eine gute Zusatzlösung, nicht aber die zentrale Heizquelle.
Eine Infrarotheizung kann das Badezimmer komfortabler machen. Richtig dimensioniert, bringt sie schnelle Wärme und steigert das Wohlbefinden, ohne dass hohe Heizkosten entstehen – vorausgesetzt, sie wird nur gezielt und kurzzeitig genutzt.
Als Dauerheizung wäre sie tatsächlich ein Stromfresser. Wer sie jedoch als Ergänzung zu einer zentralen Heizlösung einsetzt, profitiert von der angenehmen Strahlungswärme und der einfachen Installation.
