Moderne WC-Spülkästen müssen heute deutlich mehr leisten als nur zuverlässig zu spülen. Gefragt sind niedriger Wasserverbrauch, einfache Wartung und möglichst hoher Komfort. Tatsächlich hat sich die Technik in den vergangenen Jahren enorm weiterentwickelt: Während ältere Toilettenspülungen pro Spülgang oft noch neun Liter Wasser benötigten, kommen moderne Systeme inzwischen mit deutlich weniger aus. Je nach Modell lässt sich die Spülmenge sogar auf 4,5 Liter reduzieren – ohne Abstriche bei Hygiene oder Spülleistung.
Gerade vor dem Hintergrund steigender Wasser- und Energiekosten wird das Thema Wassersparen im Badezimmer immer wichtiger. Denn jede reduzierte Spülmenge macht sich langfristig auf der Nebenkostenabrechnung bemerkbar. Gleichzeitig steigt der Anspruch an Komfort und Ausstattung. Moderne WCs bieten heute Funktionen, die vor einigen Jahren noch Luxus-Hotels vorbehalten waren.
Wasser sparen mit moderner WC-Spültechnik
Besonders effizient arbeiten sogenannte Zwei-Mengen-Spülungen. Dabei stehen eine kleine und eine große Spültaste zur Verfügung, sodass je nach Bedarf nur die tatsächlich notwendige Wassermenge genutzt wird. Bei vielen Unterputzspülkästen lässt sich die große Spülmenge flexibel zwischen 4,5 und 7,5 Litern einstellen, die kleine Taste arbeitet meist mit drei bis vier Litern Wasser.
Laut Modellrechnungen von Geberit konnten durch moderne Zwei-Mengen-Spülungen seit Ende der 1990er-Jahre weltweit enorme Wassermengen eingespart werden. Das zeigt, welchen Einfluss moderne Sanitärtechnik inzwischen auf Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung hat.
Am einfachsten erfolgt die Einstellung der Wassermenge bereits beim Einbau des WC-Spülkastens. Nachträgliche Änderungen sind zwar möglich, erfordern aber zusätzlichen Aufwand. Bei Unterputzspülkästen müssen zunächst die Betätigungsplatte und der Modulrahmen entfernt werden, um Zugang zum Füllventil zu erhalten. Dort lässt sich die Wassermenge regulieren.
Bei klassischen Aufputzspülkästen funktioniert die Anpassung meist einfacher: Nach dem Abnehmen des Deckels kann die Position des Schwimmers über ein Einstellrad verändert werden. Wird das Rad nach links gedreht, stoppt der Wasserzulauf früher. Nach rechts gedreht bleibt das Ventil länger geöffnet und erhöht entsprechend die Spülmenge. Viele Aufputzmodelle verfügen zudem über eine Wasser-Stopp-Taste, mit der sich der Spülvorgang manuell beenden lässt.
Unterputz, Aufputz oder Aufsatz: Diese WC-Spülkästen gibt es
Wer ein Badezimmer renoviert oder neu plant, steht meist vor der Frage, welches Spülsystem am besten geeignet ist. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Unterputz-, Aufputz- und Aufsatzspülkästen. Druckspüler spielen im privaten Wohnungsbau dagegen kaum noch eine Rolle.
Unterputz-Spülkasten: Der moderne Standard
Heute dominieren Unterputzspülkästen den Badezimmermarkt. Dabei wird der Spülkasten hinter einer Vorwandinstallation verborgen, die anschließend mit Gipsplatten und Fliesen verkleidet wird. Sichtbar bleiben lediglich das wandhängende WC und die Betätigungsplatte.
Der größte Vorteil liegt in der modernen, aufgeräumten Optik. Zudem lassen sich Bodenflächen leichter reinigen, da keine sichtbaren Rohre oder Anschlüsse stören. Allerdings ist die Installation aufwendiger und damit meist teurer. Wartungsarbeiten erfolgen ausschließlich über die Öffnung hinter der Drückerplatte.
Aufputz-Spülkasten: Praktisch und wartungsfreundlich
Der klassische Aufputzspülkasten war früher Standard in vielen Badezimmern. Dabei sitzt der Spülkasten sichtbar oberhalb des WCs an der Wand. Technisch gilt diese Variante als besonders unkompliziert. Sämtliche Anschlüsse bleiben frei zugänglich, Reparaturen lassen sich schnell durchführen und auch der Spülkasten selbst ist nach dem Abheben des Deckels sofort erreichbar.
Optisch wirken Aufputzsysteme allerdings weniger modern. Zudem ragt das WC meist weiter in den Raum hinein, da häufig ein Stand-WC erforderlich ist.
Aufsatz-Spülkasten: Die kompakte Alternative
Eine Mischung aus beiden Varianten stellt die sogenannte WC-Kombi mit Aufsatzspülkasten dar. Hier sitzt der Spülkasten direkt auf dem verlängerten WC-Körper, oft sogar aus identischer Keramik gefertigt. Dadurch entsteht eine kompakte Einheit mit vergleichsweise harmonischer Optik.
Der Vorteil liegt vor allem in der einfachen Reinigung und der geschlossenen Bauweise. Allerdings handelt es sich um ein schweres Gesamtbauteil, bei dem sämtliche Komponenten aufeinander abgestimmt sind. Einzelne Teile lassen sich daher oft nicht unabhängig voneinander austauschen.
Komfort im Bad: Wenn das WC zur Hightech-Ausstattung wird
Neben sparsamer Spültechnik spielt inzwischen auch der Komfort eine immer größere Rolle. Moderne Dusch-WCs verfügen beispielsweise über integrierte Bidet- und Trocknungsfunktionen, beheizbare Sitze, Nachtbeleuchtung oder Geruchsabsaugung. Damit entwickelt sich das WC zunehmend zum Hightech-Produkt im Badezimmer.
Allerdings hat Komfort seinen Preis: Hochwertige Dusch-WCs kosten schnell 1.500 Euro oder mehr. Auch bei Betätigungsplatten reicht die Preisspanne von einfachen Kunststoffmodellen bis hin zu Designvarianten aus Glas oder Metall. Hochwertige Serien wie die Visign-Betätigungsplatten von Viega bewegen sich teilweise im Bereich mehrerer hundert Euro. Demgegenüber stehen einfache Standardlösungen, die bereits für vergleichsweise kleines Budget erhältlich sind.
So funktioniert ein moderner WC-Spülkasten
Die Auslösung herkömmlicher Unterputzspülkästen erfolgt meist mechanisch über Bowdenzüge. Wird die Betätigungsplatte gedrückt, übertragen die Züge die Bewegung auf die Ablaufarmatur im Inneren des Spülkastens. Das Ablaufventil öffnet sich und das Wasser fließt in die Toilette.
Bei elektronischen Spülsystemen funktioniert die Steuerung dagegen per Sensor, Taste oder Funktechnik. Das Signal wird an eine Antriebseinheit weitergegeben, die anschließend motorisch das Ablaufventil öffnet. Solche berührungslosen Lösungen finden sich heute nicht mehr nur im öffentlichen Bereich, sondern zunehmend auch in modernen Privatbädern.
