Die Dusche bleibt lauwarm, das Abwaschwasser fühlt sich nur handwarm an – und das, obwohl der Durchlauferhitzer gerade erst eingeschaltet wurde. Wer in seiner Wohnung oder im Haus einen elektrischen oder gasbetriebenen Warmwasserbereiter nutzt, kennt dieses Problem möglicherweise.
Eine häufige Ursache ist schlicht eine zu niedrige Temperatureinstellung am Gerät selbst. Viele moderne Durchlauferhitzer lassen sich elektronisch regulieren – oft mit voreingestellten Sparmodi. Wer auf Nummer sicher gehen will, prüft die aktuelle Einstellung und passt sie an. Dabei sollte die Temperatur nicht dauerhaft über 60 Grad liegen, um Energie zu sparen und Kalkablagerungen zu vermeiden. Fürs Duschen reichen meist 38 bis 43 Grad.
Wasserdruck und Durchflussrate
Durchlauferhitzer funktionieren nach einem einfachen Prinzip: Sie erhitzen fließendes Wasser im Moment des Verbrauchs. Ist die Durchflussmenge zu hoch, sinkt die Temperatur. Gerade bei mehreren geöffneten Zapfstellen – etwa Dusche und Küche gleichzeitig – kann das zu einem drastischen Temperaturabfall führen.
Bei älteren Geräten kann auch ein verschmutzter Durchflussbegrenzer den Wasserdruck verfälschen. In solchen Fällen empfiehlt sich eine Reinigung oder der Austausch des Siebs im Zulauf. Ein Installateur kann zudem prüfen, ob der hydraulische Druckregler noch korrekt funktioniert.
Kalkablagerungen im Gerät
Vor allem in Regionen mit hartem Wasser sind Kalkablagerungen ein häufiger Grund für unzureichende Warmwassertemperaturen. Kalk setzt sich in den Heizwendeln ab, behindert den Wärmeübergang und reduziert die Effizienz. Die Folge: Das Wasser wird nicht mehr richtig erhitzt.
Ein Hinweis darauf können gluckernde Geräusche im Gerät oder lange Aufheizzeiten sein. Abhilfe schafft hier meist nur eine professionelle Entkalkung. Wer selbst Hand anlegen möchte, sollte jedoch Erfahrung mit Elektroinstallationen mitbringen – oder den Fachmann rufen.
Defekter Temperatursensor oder Elektronik
Bei modernen vollelektronischen Geräten kann es auch an der Steuerelektronik liegen. Ein defekter Temperatursensor erkennt die tatsächliche Wassertemperatur nicht korrekt – das Gerät regelt falsch nach. In diesem Fall hilft oft nur eine Reparatur durch den Kundendienst oder der Austausch des Sensors.
Auch Schaltrelais oder Heizstufen können verschleißen. Der Durchlauferhitzer „denkt“ dann, er heize, liefert aber kaum Leistung. Die Fehlerdiagnose ist hier ohne Fachkenntnis schwierig.
Spannungsschwankungen und Netzprobleme
Ein unterschätzter Punkt sind Probleme im Stromnetz – etwa wenn das Gerät nicht mit voller Leistung arbeiten kann, weil die Absicherung zu schwach oder die Zuleitung veraltet ist. Auch eine Unterversorgung mit Strom kann zur Folge haben, dass das Gerät lediglich eine Heizstufe erreicht. Das passiert vor allem bei älteren Installationen, die nicht für hohe Lasten ausgelegt sind.
Unterschiede bei Geräten
Nicht jeder Durchlauferhitzer ist gleich. Es gibt hydraulische, elektronisch geregelte und vollelektronische Modelle. Während moderne vollelektronische Geräte recht zuverlässig arbeiten und auf Temperaturschwankungen reagieren, sind ältere, hydraulische Geräte anfälliger für Temperaturschwankungen – insbesondere bei schwankendem Wasserdruck.
Ein Austausch gegen ein modernes Gerät kann sich lohnen – nicht nur in Bezug auf Komfort, sondern auch in puncto Energieeffizienz.
Wann muss ein Fachmann ran?
Wer die oben genannten Punkte überprüft und keine Besserung erzielt, sollte sich an einen Fachbetrieb wenden. Besonders dann, wenn elektrische Bauteile betroffen sind oder das Gerät Geräusche macht, überhitzt oder gar ausfällt. In Mietwohnungen gilt: Mängel beim Warmwasser müssen dem Vermieter gemeldet werden – die Warmwasserversorgung ist Teil der Grundversorgung.
