Duschen ist für die meisten Menschen fester Bestandteil des Alltags – doch die Gründe und Gewohnheiten dabei sind höchst unterschiedlich. Eine aktuelle Umfrage des Marktforschungsinstituts Norstat im Auftrag des Armaturenherstellers Hansgrohe zeigt: Zwischen Blitz-, Effizienz- und Genussduscher liegen ganze Welten.
Knapp die Hälfte der Befragten (rund 50 Prozent) versteht sich als sogenannte Effizienz-Duscher. Sie verbringen fünf bis acht Minuten unter der Brause – lang genug, um sauber zu werden, aber ohne viel Zeit zu verlieren. Für sie steht die Körperpflege klar im Mittelpunkt, nicht das Wohlfühlprogramm.
Rund ein Viertel (23 Prozent) nimmt sich dagegen deutlich mehr Zeit. Diese Gruppe nutzt das Duschen auch zur Entspannung, zum Aufwachen oder als kleine Pause im Alltag – oft dauert das Duschritual mehr als zehn Minuten. Nur etwa neun Prozent zählen zu den Blitz-Duschern, die nach höchstens drei Minuten wieder fertig sind.
Männer und Frauen liegen nah beieinander
Das verbreitete Klischee, Frauen würden länger duschen als Männer, bestätigt sich laut der Befragung nicht. Unter den ausgiebig Duschenden liegen Frauen mit rund 25 Prozent nur leicht über dem Anteil der Männer (21 Prozent). Deutlicher ist der Unterschied zwischen den Generationen: Fast ein Drittel der unter 40-Jährigen nimmt sich Zeit für längere Duschen, bei den über 60-Jährigen ist es nur jeder Sechste.
Singen, denken, abschalten
Duschen ist für viele mehr als reine Körperhygiene. Rund 14 Prozent geben an, dabei regelmäßig zu singen oder zu summen – sei es zu Musik aus dem Radio oder ganz ohne Begleitung. Für gut 16 Prozent ist die Dusche sogar ein Ort des Nachdenkens oder der Meditation. Sie nutzen das gleichmäßige Geräusch des Wassers, um abzuschalten oder Ideen zu ordnen.
Allein unter der Brause
Die meisten bevorzugen das Duschen allein. Etwa 27 Prozent der Befragten können sich nicht vorstellen, die Dusche zu teilen – bei Frauen liegt dieser Anteil mit knapp 30 Prozent etwas höher als bei Männern (23 Prozent). Rund jeder Vierte hat es zwar schon einmal gemeinsam probiert, fand es aber schlicht zu eng oder unpraktisch. Elf Prozent hingegen genießen die Zweisamkeit unter der Dusche. Mehr als ein Viertel der Befragten lebt allein oder wollte zur Partnersituation keine Angaben machen.
Das Bad als privater Rückzugsort
Zunehmend wird das Badezimmer nicht mehr nur als funktionaler Raum wahrgenommen. Laut Umfrage betrachten 22 Prozent der Deutschen ihr Bad als persönlichen Rückzugsort – weitere 27 Prozent zumindest teilweise. Für sie ist es ein Ort der Ruhe und des Alleinseins, an dem man sich regenerieren oder einfach einen Moment für sich haben kann. Ein Drittel sieht das Bad dagegen weiterhin pragmatisch: als Raum der täglichen Routine.
Zwischen Alltag und Achtsamkeit
Die Ergebnisse zeigen, wie sehr sich das Verständnis vom Duschen gewandelt hat. Während manche es auf das Nötigste beschränken, wird es für andere zur kurzen Auszeit – fast wie ein Mini-Wellnessmoment. Ob funktional oder meditativ: Das Duschen bleibt ein Spiegel moderner Lebensgewohnheiten – zwischen Effizienzdenken und dem Bedürfnis nach Achtsamkeit.
Zur Methodik:
Für die Studie „Deutschlands Duschgewohnheiten“ wurden im August 2025 insgesamt 1.041 Personen zwischen 18 und 80 Jahren in Deutschland online befragt.
