Die Hansgrohe Group hat beim diesjährigen Renovate Europe Day in Kopenhagen die Bedeutung effizienter Warmwassernutzung in Gebäuden betont. CEO Hans Jürgen Kalmbach, Fiona Félix, Leiterin Public Affairs, und Thomas Leth, Director Sales Nord- und Osteuropa, nutzten die Konferenz, um eine zentrale Botschaft zu vermitteln: Ohne Wassereffizienz bleibt die Energiewende im Gebäudesektor unvollständig.
Während sich viele Diskussionen auf Dämmung, Heizung und Baustoffe konzentrieren, setzt Hansgrohe gezielt auf einen Aspekt, der im politischen Diskurs bislang wenig Beachtung findet – den Energieverbrauch durch Warmwasser.
Warmwasser als entscheidender Effizienzfaktor
Rund 15 Prozent des Energieverbrauchs in europäischen Gebäuden entfallen auf die Warmwasserbereitung – ein Anteil, der durch technische Innovationen deutlich sinken könnte. Moderne Armaturen und Brausen reduzieren nicht nur den Wasserverbrauch, sondern auch den Energiebedarf für dessen Erwärmung. Laut einer Studie der Deutschen Energie-Agentur (dena) lassen sich dadurch bis zu sechs Prozent Energie einsparen.
„Effiziente Armaturen und Brausen müssen bei jeder Renovierung und jedem Neubau zur Selbstverständlichkeit werden“, sagt Fiona Félix. „Wir investieren gezielt, um unser gesamtes Produktportfolio bis 2030 auf wasser- und energiesparende Modelle umzustellen – von der Entwicklung über die Produktion bis hin zum Marketing.“
Für Hansgrohe ist Wasser längst kein reines Komfortthema mehr, sondern Teil einer umfassenden Energiestrategie. Das Unternehmen verweist darauf, dass Warmwasser häufig der zweitgrößte Energieverbraucher im Haushalt ist – noch vor elektrischen Geräten. Durch wassersparende Lösungen ließen sich Klimaschutzziele im Gebäudesektor schneller und kosteneffizienter erreichen als durch viele bauliche Maßnahmen.
Forderung nach politischer Anerkennung von Wassereffizienz
Ein zentrales Anliegen der Hansgrohe Group ist es, Wassereffizienz stärker in die europäische Energiepolitik zu integrieren. Nach Ansicht des Unternehmens sollte der Wasserverbrauch künftig in die Energiebilanzierung von Gebäuden einfließen – etwa in Energieausweise, Förderprogramme oder Beratungsangebote.
„Wenn Wassereffizienz Teil der politischen Bewertungssysteme wird, entstehen neue Anreize für Hausbesitzer und Bauherren“, erklärt Fiona Félix. „So kann aus einem Nischenthema ein relevanter Hebel für Energieeinsparungen werden.“
Hansgrohe setzt dabei auf Zusammenarbeit mit Behörden und Partnern aus der Bau- und Sanitärbranche. Ziel ist es, technische Innovationen marktreif zu machen und gleichzeitig die Wahrnehmung von Wasser als Energiequelle zu verändern.
Engagement für stabile Rahmenbedingungen
In Kopenhagen machte CEO Hans Jürgen Kalmbach deutlich, dass die Industrie verlässliche politische Strukturen braucht, um zu investieren. „Hansgrohe verfügt über eine starke europäische Präsenz und nachweisliche Innovationskraft. Wir erwarten von der EU, dass sie unsere Stärken nutzt – durch weniger Bürokratie und einheitliche Marktregeln“, sagte er.
Der Unternehmer betonte, dass die Transformation des Gebäudesektors nur gelingen könne, wenn Wirtschaft und Politik langfristig planbare Rahmenbedingungen schaffen. Dazu gehörten stabile Fördermechanismen, klare technische Standards und Vertrauen in verantwortungsvolle Unternehmensentscheidungen.
Hansgrohe wolle weiterhin zeigen, dass Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Stärke kein Widerspruch seien. Das Unternehmen produziert zunehmend mit energieeffizienten Verfahren und investiert in Schulungsprogramme, um Fachkräfte für nachhaltige Sanitärtechnik auszubilden.
Das Copenhagen Commitment als Signal
Am Rande der Konferenz unterzeichnete die Hansgrohe Group gemeinsam mit rund 70 weiteren Unternehmen das Copenhagen Commitment, eine freiwillige Selbstverpflichtung zur Förderung der Gebäudesanierung und Dekarbonisierung in Europa. Die Initiative sieht vor, in energieeffiziente Produktion, Forschung und Weiterbildung zu investieren und sektorübergreifend an gemeinsamen Standards zu arbeiten.
„Wir stehen hinter der Idee, den Gebäudebestand Europas zukunftsfähig zu machen“, so Kalmbach. „Wasser darf dabei nicht länger übersehen werden – es ist ein zentraler Faktor für Klimaschutz und Energieeinsparung.“
Für Hansgrohe ist die Teilnahme am Renovate Europe Day mehr als ein symbolischer Auftritt. Das Unternehmen positioniert sich als Stimme einer Industrie, die Wasserverbrauch, Energieeffizienz und Klimaschutz stärker miteinander verknüpft.
Ob die EU-Kommission die Anregungen der Branche aufgreifen wird, bleibt offen. Doch die Botschaft aus Kopenhagen ist eindeutig: Wer über die Zukunft des Bauens spricht, muss auch über Wasser reden.
