Wer neue Fliesen fürs Badezimmer aussucht, sollte die Rutschhemmung beachten. Hierbei wichig: die sogenannten Rutschfestigkeitsklassen. Doch was bedeuten sie genau? Und worauf sollte man achten, wenn man Fliesen kauft?
Rutschunfälle gehören zu den häufigsten Haushaltsunfällen. Ein falscher Tritt auf einer zu glatten Oberfläche kann schnell gefährlich werden. Deshalb gibt es für Bodenfliesen eine Einordnung in Rutschfestigkeitsklassen.
Die Einteilung erfolgt nach der DIN-Norm 51130 für gewerbliche Böden und der DIN 51097 für Barfußbereiche. Dabei werden rutschhemmende Fliesen in verschiedene Gruppen eingeteilt, die mit R (für „Rutschhemmung“) oder A, B, C für Nassbereiche gekennzeichnet sind.
Die Rutschfestigkeitsklassen im Überblick
1. Rutschhemmung für Barfußbereiche: A, B, C
- A – geringe Rutschhemmung, z. B. für private Badezimmer ohne große Wasseransammlungen
- B – mittlere Rutschhemmung, geeignet für Duschen und Poolumrandungen
- C – höchste Rutschhemmung, empfehlenswert für Schwimmbäder oder Saunen
2. Rutschhemmung für häufig genutzte Räume: R9 bis R13
- R9 – leichte Rutschhemmung, ideal für Wohnräume wie Flure oder Schlafzimmer
- R10 – mittlere Rutschhemmung, geeignet für Küchen oder Eingangsbereiche
- R11 – erhöhte Rutschhemmung, empfehlenswert für Badezimmer, Waschküchen oder überdachte Terrassen
- R12 – starke Rutschhemmung, erforderlich für Gewerbe- und Industriebereiche mit Nässe
- R13 – höchste Rutschhemmung, vorgeschrieben für Produktionsstätten mit Öl- oder Fettrückständen
Für private Haushalte sind Fliesen im Bereich R9 bis R11 in der Regel ausreichend. Wer jedoch für maximale Sicherheit sorgen möchte, kann auch auf R12-Fliesen für bestimmte Bereiche setzen.
Welche Fliesen für welchen Bereich?
- Badezimmer: In der Dusche sollte mindestens R11 oder Klasse B gewählt werden, für den Rest des Bads reicht meist R10 aus.
- Küche: Hier können Flüssigkeiten oder Fettspritzer auf den Boden gelangen. Eine R10-Fliese bietet einen guten Kompromiss aus Sicherheit und Komfort.
- Eingangsbereich & Flur: Je nach Beanspruchung sind R9 oder R10 empfehlenswert.
- Terrasse & Balkon: Außenfliesen müssen witterungsbeständig sein. Besonders bei Feuchtigkeit ist R11 oder R12 ratsam.
Fliesen kaufen – worauf sollte man achten?
Beim Kauf von Fliesen ist die Rutschhemmung nicht der einzige Faktor. Folgende Punkte spielen ebenfalls eine Rolle:
- Material: Feinsteinzeug ist besonders robust und in vielen Varianten erhältlich.
- Oberflächenstruktur: Matte oder strukturierte Fliesen bieten mehr Halt als hochglänzende Oberflächen.
- Pflege: Je höher die Rutschfestigkeitsklasse, desto rauer die Oberfläche – das kann die Reinigung erschweren.
Kann man rutschfeste Fliesen nachträglich rutschfester machen?
Wer bereits glatte Fliesen verlegt hat, aber für mehr Sicherheit sorgen möchte, hat einige Möglichkeiten:
- Antirutsch-Beschichtungen oder spezielle Lacke für glatte Fliesen
- Antirutsch-Matten oder selbstklebende Streifen für Duschen oder Treppen
- Rutschhemmende Versiegelungen, die die Oberfläche aufrauen
Sicherheit trifft Ästhetik
Fliesen sollen nicht nur gut aussehen, sondern auch sicher sein. Besonders in Nassbereichen oder im Außenbereich ist es sinnvoll, auf eine rutschhemmende Oberfläche zu achten. Wer sich vor dem Kauf mit den Rutschfestigkeitsklassen auseinandersetzt, kann Unfälle vermeiden und gleichzeitig einen stilvollen Bodenbelag genießen. Wer sich unsicher ist, sollte sich im Fachhandel beraten lassen – denn Sicherheit geht vor.
