Trinkwasser ist für viele Menschen selbstverständlich – doch wie kommt es eigentlich in unsere Wohnungen? Ein Besuch im Wasserwerk Spandau zeigt, wie komplex die Versorgung einer Großstadt wie Berlin ist und wie wichtig ein bewusster Umgang mit der Ressource Wasser ist.
Täglich fließt in Berliner Haushalten sauberes Trinkwasser aus dem Hahn. Dass es dort nicht von selbst hinkommt, erlebte die Klasse 6e der Mierendorff-Grundschule bei einer Exkursion ins Wasserwerk Spandau. Besucherführer Matthias Mark von den Berliner Wasserbetrieben erklärte, wie die Versorgung der Hauptstadt organisiert ist – und wie aufwendig die Aufbereitung von Wasser tatsächlich ist.
15 Wasserwerke sichern die Versorgung
Berlin verfügt über insgesamt 15 Wasserwerke. Sie versorgen die Stadt mit aufbereitetem Grundwasser sowie Wasser aus Spree und Havel. Ergänzend reinigen zwei Klärwerke verschmutztes Wasser, bevor es wiederverwendet werden kann. In Filterbecken mit zwei Meter dicker Kiesschicht setzen sich grobe Verunreinigungen ab. Zusätzlich wird das Wasser mit Sauerstoff angereichert und technisch weiter gereinigt.
Problematisch sind vor allem Eisen und Mangan. Diese Stoffe verursachen braune Flocken im Wasser. Um sie herauszufiltern, werden biologische Verfahren eingesetzt. Das gereinigte Wasser gelangt dann in sogenannte Filterrohrkeller und wird mithilfe großer Pumpen in das Berliner Leitungsnetz eingespeist.
Steuerung aus der Schaltzentrale
Im Maschinenhaus des Wasserwerks befinden sich die zentralen Pumpen: Zwei große und zwei kleinere Anlagen sorgen dafür, dass das Wasser bedarfsgerecht verteilt wird. Tagsüber arbeiten die großen Pumpen, nachts übernehmen die kleineren. Gesteuert wird alles aus einer Schaltzentrale, die sämtliche Prozesse überwacht.
Insgesamt werden in Berlin pro Tag rund 700.000 Kubikmeter Trinkwasser verbraucht. Regenwasser wird über ein ausgedehntes Kanalnetz gesammelt – so lang, dass es theoretisch bis nach New York reichen würde. Auch dieses Wasser wird aufbereitet. Der dabei entstehende Klärschlamm kann später umweltschonend weiterverwendet werden.
Bewusster Umgang mit Wasser
Ein zentrales Anliegen der Berliner Wasserbetriebe ist es, die Bedeutung des sparsamen Wasserverbrauchs zu vermitteln. „Die Vorräte auf der Erde sind nicht unbegrenzt“, betonte Matthias Mark. Schon einfache Maßnahmen im Alltag könnten helfen, etwa das Abdrehen des Wasserhahns beim Einseifen oder der Verzicht auf das Wegspülen von Abfall in der Toilette.
Die Exkursion ins Wasserwerk hat bei der Klasse 6e nicht nur für Staunen gesorgt, sondern auch das Bewusstsein geschärft. Klar ist: Wasser ist ein kostbares Gut – und jeder Einzelne trägt Verantwortung dafür, es zu schützen.
